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Das Wort zum Sabbat

"Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter"

In den Vereinigten Staaten herrscht ein akuter Arbeitskräftemangel in vielen Dienstleistungsberufen. In zahllosen Restaurants, Hotels und vielen anderen Unternehmen hängen Schilder mit der Aufschrift "Help Wanted" (Hilfe gesucht), auf denen um Arbeitskräfte gebettelt wird. Der Mangel ist jedoch künstlich, denn die Menschen verdienen genauso viel Geld wie die, die arbeiten, indem sie der Arbeit fernbleiben und von der staatlichen Fürsorge leben.

Jesus sprach von einem Mangel an qualifizierten "geistlichen" Arbeitern zu seiner Zeit als Mensch auf der Erde: "Und Jesus ging ringsum in alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen. Und als er das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben. Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende" (Matthäus 9,35-38).

Wir sind selbst mit einem Mangel an Arbeitskräften konfrontiert. Wir haben gerade den tragischen Verlust von zwei unserer geliebten Pastoren, Ken Martin und Randy D'Alessandro, erlebt, die ihren Gemeinden aktiv gedient haben. Beide Männer waren ausgezeichnete Lehrer und hatten einen wunderbaren Draht zu den Geschwistern. Plötzlich ist da eine große Lücke!

Wir beten dafür, dass Gott Männer und ihre Ehepartner zu der größten Berufung überhaupt beruft. Seit einiger Zeit suchen wir sorgfältig und aktiv nach den richtigen Kandidaten für die Übernahme von pastoralen Aufgaben. In meiner Amtszeit als Präsident bin ich ermutigt worden durch die Qualität der Männer und ihrer Frauen, die in den Dienst aufgenommen wurden. Sie sorgen für eine kontinuierliche geistliche Führung unserer Geschwister. Beim gerade zu Ende gegangenen Laubhüttenfest hörten wir aufschlussreiche und inspirierende Predigten von unseren neueren Pastoren. Sie übernahmen auch Aufgaben wie die des Festkoordinators und andere Dienstfunktionen. Unsere neueren Pastoren übernehmen jetzt auch die meisten Aufgaben bei unseren Jugendfreizeiten. Dieser Wechsel in der Leitung war in den letzten 10 Jahren bemerkenswert und spürbar.

Wie wird man also ein Ältester? Die Berufung in den Dienst Jesu Christi ist eine hohe Berufung mit herausfordernder Verantwortung (1. Timotheus 3,3-6). In gewissem Sinne sind wir alle berufen, Diener zu sein und, wie ich in meiner Festpredigt erwähnte, dem Beispiel unseres älteren Bruders Jesus zu folgen. Aber die Bibel zeigt, dass die Ordination eine einzigartige Berufung zu einem hohen und oft anspruchsvollen Dienst darstellt. Ich möchte uns alle ermutigen, täglich dafür zu beten, dass mehr Arbeiter — einschließlich ordinierter Prediger des Evangeliums — zur geistlichen Ernte berufen werden.

Wie werden Älteste ordiniert und für den Dienst ausgesondert? Der Apostel Paulus erklärte, dass es Gott war, der ihn in den Dienst berufen und eingesetzt hat: "Ich danke unserm Herrn Christus Jesus, der mich stark gemacht und für treu erachtet hat und in das Amt eingesetzt" (1. Timotheus 1,12). Menschen, die diese Berufung erhalten, zeigen in der Regel geistliche Eigenschaften wie Demut und andere außergewöhnliche geistliche Früchte (Galater 5,22-23), lange bevor sie tatsächlich ordiniert werden. Durch tiefes Einvernehmen, Gebet und Fasten wird die potenzielle Berufung in den Dienst dann erkannt und von anderen Ältesten dem Ältestenrat vorgelegt. Der Ältestenrat, zusammengesetzt aus langjährigen und erfahrenen Ältesten, prüft dann die Empfehlung zur Ordination.

Der Dienst ist viel mehr als nur Predigen. Er beinhaltet viel Zeit für Besuche und ein intensives Kennenlernen der Menschen in unseren Kirchengemeinden. Man muss eine Person von herausragender Integrität sein und die Fähigkeit besitzen, mit einer Vielzahl von Menschen zu arbeiten. Die meisten der in 1. Timotheus 3, Verse 1-2 aufgeführten Eigenschaften eines Ältesten haben mit persönlicher Integrität und Charakter zu tun. Diese Aufgabe erfordert einen aufopferungsvollen Dienst. Wir bitten Gott immer wieder, uns solche Menschen zu schicken, und Gott hat geantwortet.

Der Apostel Petrus drückt wortgewandt und klar aus, was ein Ältester sein sollte und was er zu tun hat:

"Die Ältesten unter euch ermahne ich, der Mitälteste und Zeuge der Leiden Christi, der ich auch teilhabe an der Herrlichkeit, die offenbart werden soll: Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist; achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt; nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund; nicht als Herren über die Gemeinde sondern als Vorbilder der Herde. So werdet ihr, wenn erscheinen wird der Erzhirte, die unvergängliche Krone der Herrlichkeit empfangen. Desgleichen ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter. Alle aber miteinander haltet fest an der Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.

So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Dem widersteht, fest im Glauben, und wisst, dass ebendieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen" (1 Petrus 5,1-10).

Wenn ich mit unseren neueren Pastoren spreche, stelle ich fest, wie sachkundig sie im Umgang mit neuen Technologien und sozialen Medien sind. Sie sind gut belesen und nutzen geschickt biblische Quellen. Einige bieten auf kreative Weise wöchentliche Bibelstudien auf verschiedenen Plattformen wie Zoom, YouTube oder Facebook an und haben eine große Fangemeinde. Pastoren stehen über Textnachrichtengruppen in unmittelbarem Kontakt mit ihren Gemeinden.

In der vergangenen Woche besuchte ich New York City und verbrachte Zeit mit unserem Pastor Lewis VanAusdle und seiner Frau Lena. Er führt wöchentlich Bibelstudien an verschiedenen Orten durch, die von Stadtparks bis hin zu malerischen Kulissen in der Umgebung von New York reichen. Einige unserer Pastoren sind besonders geschickt darin, interaktive Bibelstudien durchzuführen.

Unsere Pastoren werden zunehmend gefordert sein, unsere "Beyond Today"-Abonnenten und die Öffentlichkeit direkter zu erreichen und mehr zu tun als nur ihre Gemeinden zu betreuen. In einigen unserer Städte haben wir nach Möglichkeit Kirchengebäude erworben. Diese Präsenz ist hilfreich, um von hier aus die Gemeinschaft und potenzielle Mitglieder zu erreichen.

Unsere Ältesten müssen zu allen Schichten der Mitglieder eine Beziehung aufbauen: zu den Älteren, den jungen Erwachsenen, den Teenagern und den Kindern. Wir bitten unsere Pastoren und Ehefrauen, zusammenzuarbeiten. Ich danke allen Ehefrauen unserer Ältesten für ihren Beitrag zum Dienst ihrer Männer. Meine Frau Bev ist seit Jahren ein wichtiger Teil meines Dienstes und ist mit mir bis ans Ende der Welt gereist. Ohne ihre Ermutigung und Unterstützung könnte ich nicht tun, was ich tue.

Sonstige benötigte Arbeitskräfte: Um Gottes Werk weiterhin zu tun, brauchen wir auch andere Arbeiter. Wir brauchen zum Beispiel Leute, die in den Bereichen Informationstechnologie, Videobearbeitung, Animation, Grafik, Webentwicklung und mehr arbeiten. Wir finden es schwierig, die richtigen Leute für diese offenen Stellen zu finden.

Es ist spannend, über die Zukunft der Kirche und ihre Aufgabe nachzudenken, da ein größerer Übergang zu einer neuen Welt bevorsteht. Ich danke Gott immer wieder dafür, dass er uns hilft, sein Reich aus seiner Perspektive zu sehen. Wir werden immer etwas zu tun haben, und Gott verspricht uns, uns dabei zu helfen: "Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen" (Matthäus 24,14).

Die Arbeiter sind wenige, aber sie sind da. Sie können helfen, indem Sie tun, was Jesus gesagt hat: "Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende" (Matthäus 9,38).

Im Dienste Jesu Christi

Victor Kubik



(Hervorhebung in Fettdruck nachträglich von Paul Kieffer hinzugefügt)

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