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Das Wort zum Sabbat

Der Ehebund und Pfingsten

Ehe und Pfingsten haben einen gemeinsamen Kern: Beide drehen sich um einen Bund.

In der jüdischen Tradition gilt Pfingsten (Schawuot) als der Moment, in dem Gott am Sinai seinen Bund mit Israel schloss — er bot ihn an, Israel nahm ihn an, das Gesetz bildete seine Grundlage. Die Ehe ist in der Bibel nicht weniger als das: kein bloßer Rechtsvertrag, sondern ebenfalls eine Bundesbeziehung.

Das Neue Testament greift diesen Bundesgedanken auf und vertieft ihn. Paulus verwendet die Ehe als Bild für Christus und die Kirche:

"Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst für sie dahingegeben …" (Epheser 5,25-32).

Gottes gesamter Heilsplan läuft schließlich auf eine Hochzeit hinaus:

"Die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Braut hat sich bereitet" (Offenbarung 19,7).

Pfingsten markiert den Beginn dieser Wirklichkeit im Neuen Testament. Die Ausgießung des heiligen Geistes war der Startpunkt der Kirche — und damit der Anfang einer tieferen Bundesbeziehung zwischen Christus und den Berufenen. Paulus nennt den heiligen Geist in 2. Korinther 1,22 ein „Unterpfand“ (arrabón – Anzahlung, Pfand): ein verbindliches Versprechen auf die künftige volle Gemeinschaft mit Christus.

Die Ehe spiegelt also den großen geistlichen Bund wider, den Gott mit seinem Volk schließt. Pfingsten ist der Moment, in dem dieser Bund konkret begann - durch den Geist, der in der Kirche wirkt und sie auf ihre Bestimmung im Reich Gottes vorbereitet.

Nutzen wir Pfingsten als Einladung zur Erneuerung - im Bund mit Gott und miteinander. Der Geist ist bereits gegeben. Jetzt sind wir dran.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen gesegneten Sabbat und eine gute Vorbereitung auf Pfingsten.

Wim Dekker

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