Das Wort zum Sabbat
Von Befreiung zur Verheißung – Lernen in der Wüste
Als Gott das Volk Israel aus Ägypten befreite, war das ein mächtiger Akt der Gnade. Durch Zeichen und Wunder führte er sie aus der Knechtschaft (siehe Exodus 12-14). Aber die Befreiung war nicht das Ende – sie war der Beginn einer Reise. Das Volk musste durch die Wüste ziehen, bevor es das verheißene Land betreten konnte.
So ist es auch mit uns. Durch das Opfer Christi sind wir von der Macht und Strafe der Sünde befreit (siehe Römer 6,6-7). Aber wir sind noch auf dem Weg zum Reich Gottes. Die Wüste – diese Welt – ist ein Ort der Prägung, der Prüfung und des Wachstums. Und, die Reise Israels ist ein Spiegel für unser Leben. Wir sind befreit, aber noch unterwegs. In dieser Welt – unserer Wüste – lernen wir unter anderem, demütig auf Gottes Versorgung zu vertrauen und in Prüfungen durchzuhalten.
Demütig vertrauen auf Gottes Versorgung
Israel hatte Ägypten verlassen, doch schon bald begannen sie, über den Mangel an Nahrung zu klagen. Gott demütigte sie und stellte sie auf die Probe, und gab ihnen dann Manna vom Himmel, so wie es steht in 2. Mose 16,4:
„Siehe, ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen.“
Wir müssen lernen, jeden Tag auf Gott zu vertrauen und nicht auf unsere eigenen Vorkehrungen, die keine wirkliche Sicherheit bieten. Gott verspricht uns in Jesaja 41,10:
„fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“
So sollen und dürfen wir täglich beten: „Gib uns heute unser tägliches Brot“ (Matthäus 6,11; Schlachter 2000). Bedenken wir dabei, dass Gott uns nicht nur physisch, sondern auch geistlich versorgt.
In Prüfungen durchhalten
Die Wüste war hart: Durst, Feinde, Unsicherheit. Doch Gott nutzte diese Umstände, um sein Volk zu formen:
„Und du sollst an den ganzen Weg gedenken, durch den der HERR, dein Gott, dich geführt hat diese 40 Jahre lang in der Wüste, um dich zu demütigen, um dich zu prüfen, damit offenbar würde, was in deinem Herzen ist, ob du seine Gebote halten würdest oder nicht“ (5. Mose 8,2; Schlachter 2000).
Prüfungen sind kein Zeichen für Gottes Abwesenheit, sondern für sein Wirken in uns, denn es heißt in Jakobus 1,2-3:
„Nehmt es für lauter Freude, meine lieben Brüder und Schwestern, wenn ihr mancherlei Prüfungen zu bestehen habt, denn ihr wisst, dass die Erprobung eures Glaubens Ausdauer bewirkt“ (Zürcher Bibel).
Obwohl eine Generation Israels das verheißene Land nicht betrat, blieb Gottes Verheißung bestehen. Letztendlich führte er sein Volk doch hinein (Josua 21,45).
Deshalb sagt Paulus voller Überzeugung in Philipper 1,6: „Ich bin ebenso in guter Zuversicht, dass der, der ein gutes Werk in euch angefangen hat, es vollenden wird bis auf den Tag Christi Jesu“ (Elberfelder Bibel).
Die Wüste ist vorübergehend! Die Verheißung ist aber gewiss! Zu welcher Generation gehören wir? Lasst uns dafür sorgen und danach streben, dass wir zu der Generation gehören, die das uns verheißene Land – Gottes Reich – betreten kann.
In diesem Sinne wünsche ich allen einen gesegneten Sabbat.
Wim Dekker