Das Wort zum Sabbat
Gott beruft die Geringen zu Großem
Wenn wir die Bibel lesen, sehen wir immer wieder: Gott denkt anders als wir Menschen. Während wir oft auf Herkunft, Ansehen oder Fähigkeiten schauen, erwählt Gott oft gerade die, die am Rand stehen. Paulus fasst das so zusammen:
1. Korinther 1,27: „Das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen…
In diesem Sinne möchte ich das Beispiel von 5 Frauen aus der Bibel anschauen, die scheinbar nichts Besonderes waren – und doch durch Gottes Hand Großes taten.
Rahab war eine Prostituierte in Jericho, keine Israelitin. Keine fromme Frau, kein gutes Ansehen. Doch sie vertraute dem Gott Israels, versteckte die Kundschafter und rettete so ihre Familie. Wurde Teil des Volkes Gottes und sogar Vorfahrin Jesu (Mt 1,5).
Josua 2,11 – „Denn der HERR, euer Gott, ist Gott oben im Himmel und unten auf Erden.”
Hebräer 11,31 – „Durch den Glauben kam Rahab, die Hure, nicht mit den Ungläubigen um, weil sie die Kundschafter in Frieden aufgenommen hatte.”
Botschaft: Gott schaut nicht auf unsere Vergangenheit, sondern auf unser Vertrauen.
Ruth war Moabiterin, Heidin, Witwe, ohne Zukunft. Aber sie entschied sich, bei Noomi zu bleiben und Israels Gott zu folgen. „Dein Volk ist mein Volk, dein Gott ist mein Gott.” Aus der Fremden wurde die Urgroßmutter Davids – und sie fand ihren Platz im Stammbaum Jesu.
Ruth 1,16 – „Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.”
Matthäus 1,5 – Ruth wird im Stammbaum Jesu genannt: „Salmon zeugte Boas mit der Rahab; Boas zeugte Obed mit der Ruth.”
Botschaft: Gott öffnet seine Familie für alle, die ihm vertrauen – egal woher sie kommen.
Ester war Jüdin ohne Eltern, im persischen Exil, von Pflegeonkel Mordechai großgezogen, ein Waisenkind im Exil. Doch Gott stellte sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort auf den Thron. Mutig trat sie für ihr Volk ein und rettete Israel vor der Vernichtung.
Ester 2,7 – „Und er [Mordechai] hatte Hadassa, das ist Ester, seine Tochter, angenommen; denn sie hatte weder Vater noch Mutter.”
Ester 4,14 – „Und wer weiß, ob du nicht gerade für eine Zeit wie diese zum Königtum gekommen bist?”
Botschaft: Gott setzt dich „für eine Zeit wie diese” (Est 4,14) an genau den Platz, wo er dich gebrauchen will.
Maria Magdalena war von sieben Dämonen besessen. Jesus befreite sie – und machte sie zur ersten Zeugin seiner Auferstehung. Die Ausgestoßene wurde zur Verkünderin des Evangeliums.
Lukas 8,2 – „… und einige Frauen, die von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren: Maria, genannt Magdalena, von der sieben Dämonen ausgefahren waren.”
Johannes 20,18 – „Maria Magdalena kommt und verkündigt den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen.”
Botschaft: Wer von Jesus befreit wird, den macht er auch zum Botschafter seiner Gnade.
Die Frau am Jakobsbrunnen hatte eine zerbrochene Lebensgeschichte – fünf Männer, ein gescheitertes Leben. Doch Jesus offenbarte sich ihr als Messias, und sie lief in ihre Stadt, um die frohe Botschaft zu verkünden. Eine Frau am Rand wird zur ersten Evangelistin in Samarien.
Johannes 4,14 – „Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten.”
Johannes 4,39 – „Es glaubten aber viele der Samariter in jener Stadt an ihn um des Wortes der Frau willen, die bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.”
Botschaft: Jesus sieht Menschen, die andere übersehen – und macht sie zu Werkzeugen.
All diese Beispiele zeigen uns: Gott ruft nicht die Starken, sondern die Schwachen. Er ruft nicht die Qualifizierten, sondern er qualifiziert die Berufenen.
Egal, welche Vergangenheit wir haben. Egal, wie gering wir uns fühlen. Wenn wir unser Vertrauen auf Gott setzen, kann er auch unser Leben gebrauchen, um Segen für viele zu sein. „Sag nicht: Gott kann mich nicht gebrauchen. Sag lieber: Herr, hier bin ich – sende mich.”
In diesem Sinne wünsche ich und allen einen gesegneten Sabbat.
In christlicher Verbundenheit
Kurt Buehler